Berechnung des Urlaubsentgelts bei Teilzeitbeschäftigung

Arbeitnehmer haben im Falle von Urlaub Anspruch auf Zahlung des Urlaubsentgelts, also auf Fortzahlung des ihnen üblicherweise zustehenden Entgelts, ohne dass sie dafür arbeiten müssen. Es handelt sich um einen Sonderfall der Rubrik „Lohn ohne Arbeit“. Das Urlaubsentgelt ist jedoch nicht zu verwechseln mit einem gesondert zu vereinbarenden und gegebenenfalls zusätzlich zu zahlenden Urlaubsgeld.

 

Das Urlaubsentgelt orientiert sich also an dem Entgelt, das zu zahlen gewesen wäre, wenn der Arbeitnehmer nicht Urlaub genommen, sondern gearbeitet hätte. Was aber, wenn ein Arbeitnehmer von einer Vollzeit- in eine Teilzeitbeschäftigung wechselt und Urlaub in Anspruch nimmt, der noch aus der Zeit der Vollzeitbeschäftigung herrührt, aber nun erst nach Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung genommen wird? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat im Urteil vom 20. März 2018 – 9 AZR 486/17 – unter Anwendung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) entschieden, dass die Verringerung des Beschäftigungsumfangs nicht dazu führen darf, dass der von einem Arbeitnehmer vor der Verringerung erworbene und nach der Verringerung angetretene Jahresurlaub mit einem reduzierten Urlaubsentgelt vergütet wird. Bei der Abrechnung des Urlaubsentgelts muss also geprüft und danach berechnet werden, aus welcher Zeit der genommene Urlaub herrührt. Rührt er noch aus der Zeit vor der Teilzeitbeschäftigung, ist er mit dem höheren Vollzeitentgelt zu vergüten, danach nur noch mit dem Teilzeitentgelt.

Stefan Haas

Rechtsanwalt | Mediator
Fachanwalt für Arbeitsrecht

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