Restwertangebot der Versicherung

Was muss ich tun, wenn die Versicherung des Unfallgegners einen höheren Restwert für mein verunfalltes Fahrzeug annimmt, als im Sachverständigengutachten ermittelt?

Sofern Ihr Fahrzeug durch den Unfall einen Totalschaden erlitten hat, hat Ihr Fahrzeug noch einen sog. Restwert (Schrottwert). 

Die Versicherung hat natürlich ein Interesse daran, den Restwert möglichst hoch anzusetzen, um weniger Schadensersatz zu leisten. Sie haben nämlich nur einen Anspruch auf den sog. Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert).

Das Sachverständigengutachten ermittelt den Restwert und orientiert sich dabei am örtlichen Markt. Die Versicherungen hingegen können auf sog. Restwertbörsen zugreifen, d. h. spezielle gewerbliche Aufkäufer, die sich darauf spezialisiert haben, Schrottfahrzeuge zu kaufen und zu vermarkten. 

Auf diesen Sondermarkt haben Sie als Geschädigter jedoch grundsätzlich keinen Zugriff. Dies hat zur Folge, dass Sie Ihr Fahrzeug zu dem Restwert veräußern können, den der Sachverständige im Sachverständigengutachten festgestellt hat. Sie sind nicht verpflichtet, bei der Versicherung des Unfallgegners nachzufragen, ob diese ein höheres Restwertangebot abgibt. 

Achtung: Sollte jedoch die Versicherung des Unfallgegners vor Veräußerung Ihres verunfallten Fahrzeugs ein höheres Restwertangebot abgeben, sind Sie verpflichtet, der Versicherung Ihr verunfalltes Fahrzeug zwecks Veräußerung zur Verfügung zu stellen, sofern dies für Sie keine besonderen Anstrengungen erfordert. In der Regel wird es jedoch so sein, dass sich der von der Versicherung ermittelte professionelle Autoaufkäufer mit Ihnen in Verbindung setzt und das verunfallte Fahrzeug bei Ihnen abholt. Sie erhalten dann unmittelbar den Restwert ausgezahlt.